Parará PurúDie Sonne brennt gnadenlos und die Luft ist drückend schwül. Dröhnend bahnt sich ein motorisiertes Einbaumboot seinen Weg den seichten Río Chagres hinauf, während der Fahrtwind für etwas Erfrischung sorgt. Vor mir liegt Parará Purú, ein mitten im panamaischen Urwald gelegenes Dorf der Emberá und mein Zuhause für die kommenden vier Wochen.

Das Dorf liegt am Ufer des Río Chagres im Chagres-Nationalpark und wird von etwas mehr als hundert Angehörigen des indigenen Volkes der Emberá bewohnt. Während meiner Sommerferien durfte ich einen Monat lang am Leben der Gemeinschaft teilhaben und als Freiwilliger die Dorfschule unterstützen.

Der neue Alltag etablierte sich schnell. Morgens ging es zur Schule, während wir am Nachmittag zunächst warteten, bis die Tagestouristen abgereist waren, bevor verschiedene sportliche oder gemeinschaftliche Aktivitäten auf dem Programm standen.

Werktags führte mich der Weg morgens quer durch das Dorf auf einen kleinen Hügel zur Dorfschule, nur etwa 250 Meter vom Haus meiner Gastfamilie entfernt, wo alle Primarstufen in zwei Klassenräumen gemeinsam unterrichtet werden. Ich unterstützte die Lehrerin dort, wo Hilfe benötigt wurde, besonders in Mathematik, Englisch und Spanisch. Wie bei uns gab es auch hier eine Znünipause, in der eine Maiscreme serviert wurde. Nach dem Unterricht folgte ein gemeinsames Mittagessen in der Schule.

Am Nachmittag standen viele unterschiedliche Aktivitäten an. Oft spielten wir auf der Sandbank gegenüber von Parará Purú Fussball und nutzten die Gelegenheit im Río Chagres zu baden. An anderen Tagen reparierten wir kaputte Wasserleitungen oder füllten Sandsäcke für den Hausbau ab, die wir anschliessend mit dem Boot ins Dorf zurückbrachten. Zwischendurch pflückten und probierten wir lokale Früchte wie Mango, Kokosnuss oder Zapote. Für alles, was im Dorf nicht erhältlich war, ging es gelegentlich mit dem Boot zum Einkaufen in die nächstgelegene Ortschaft.

Nach vier Wochen war Parará Purú längst mehr als nur ein Dorf im Urwald. Ich habe die Menschen und das Leben in ihrer Gemeinschaft ins Herz geschlossen. Zurück kehre ich nicht nur mit vielen Erlebnissen, sondern auch mit einem neuen Blick auf vieles, was für uns selbstverständlich ist.

Meine Reise kannst du auch im elektronischen Reisebuch als Fotosammlung nachverfolgen.
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